​Dracula und brennende Burgen

Am 26. Juli 2014 ging nach einer Woche intensiver Arbeit der 24. Kongress der Internationalen Artusgesellschaft zu Ende. Rund 200 Forscher aus der ganzen Welt hatten sich auf Einladung der rumänischen Sektion in Bukarest versammelt, um neue Thesen zu diskutieren, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und die Projekte, an denen sie gerade arbeiten, vorzustellen.

Die Teilnehmer konnten aus einer großen Anzahl von Vorträgen und Roundtable-Gesprächen auswählen und angesichts der vielen spannenden Angebote kaum alles zur Kenntnis nehmen, was sie interessierte. Die Beiträge widmeten sich je einem der folgenden Hauptthemen:

1. Namenkunde und Anonymität

2. Anthologien, Kompilationen und Handschriften

3. Andere arthurische Welten und Kulturtransfers

4. Gattungsinterferenzen

5. Leser und Lektüren

Plenarvorträge zu diesen Rahmenthemen hielten Elizabeth Archibald, Anne Berthelot, Keith Busby, Danielle Buschinger, Fabrizio Cigni, Danièle James-Raoul, Fritz Peter Knapp, Alison Stones, Michelle Szkilnik und Mihaela Voicu.

Dank der rundum gelungenen Organisation wurden die Artusforscher von zahlreichen Helfern vor Ort bestens umsorgt. Bei allen größeren und kleineren Problemen schaffte man umgehend Abhilfe, und auch das kulinarische Wohl kam im Laufe der Woche nicht zu kurz. Beim grandiosen Abschlussbankett wurden gar ein ganzes Spanferkel sowie eine Torte in Form einer Burg mitsamt Feuerwerk aufgefahren. Auch gab es die Gelegenheit, an einem Exkursionstag das Land besser kennenzulernen, ob nun in den Karpaten bei einem Besuch des Draculaschlosses Bran oder bei einer Fahrt durch die Walachei nach Curtea de Argeş, der früheren Hauptstadt des Fürstentums. Den Organisatoren, insbesondere Catalina Girbea, gebührt für ihren unermüdlichen Einsatz der herzlichste Dank!

Die Generalversammlung unter der Leitung des scheidenden Präsidenten Keath Busby wählte für die nächste Dreijahresperiode ein bekanntes Gesicht zu ihrer neuen Vorsitzenden: Cora Dietl, die langjährige Präsidentin der deutsch-österreichischen Sektion, wird sich im Zeitraum bis zum nächsten Kongress, der 2017 in Würzburg stattfinden wird, um die Geschicke der Gesellschaft kümmern. Für seine Verdienste wurde Busby von der Versammlung die Ehrenpräsidentschaft der Gesellschaft angetragen.

Nathanael Busch